Grundlagen Ratgeber

6 Tipps zur richtigen Elektroplanung

Elektroplanung Skizze

Ein wichtiges Thema für die Smart Home-Hausbauer ist die richtige Elektroplanung. Gerade im Neubau ist eine gründliche Planung Voraussetzung für ein zukunftssicheres intelligentes Haus. Hierbei kommen aber immer wieder ein paar Fragen auf: Wie sieht eine optimale Elektroplanung aus? Was gilt es dabei zu beachten? Die Antworten auf diese Fragen, sowie Tipps und Hinweise finden Sie hier.

Tipp 1: Der Grundriss vom Haus als Vorlage für die Elektroplanung

Zur optimalen Planung der elektrischen Anlage dient eine Kopie des Grundrisses vom Haus als Vorlage. Optimal wäre natürlich, wenn Sie sich schon Gedanken über die mögliche Einrichtung gemacht haben, denn die Möblierung eines Hauses ist die Grundlage für die Anordnung der Steckdosen, Lampen und Schalter.

Berücksichtigt bei der Elektroplanung mögliche Nutzungsänderungen der Räume. Um ein neues Wohnambiente zu erhalten, wird zum Beispiel im Wohnzimmer die Platzierung des Sofas verändert und dann sind die TV-Anschlüsse und Steckdosen nicht mehr richtig platziert.

Elektroinstallation - Grundriss eines Hauses

Hier kann man schön die notwendigen Steckdosen, Lampen usw. eintragen (Quelle: http://hums-baublog.blogspot.de)

Auch Netzwerkdosen, TV/Sat Anschluss, elektrische Rollläden usw. sollten mit eingezeichnet werden (wenn möglich).  Ein strukturiertes Vorgehen erleichtert die Planung ungemein. Ich persönlich habe anfangs auch den Raumplaner von Elektro+ benutzt. Dort konnte ich die Grundrisse einzelner Räume zeichnen und schon mal grob die nötigen Steckdosen, Lampen und Schalter setzen. Später habe ich jedoch die Planung mit einer anderen Software erstellt und konnte so auch Objekte wie Rauchmelder oder Rollladenmotoren einzeichnen.

Hinweis: Denkt auch evtl. an Steckdosen in der Fensterlaibung. Dort könnt ihr später die ein oder andere Winterbeleuchtung problemlos einstecken.

Eure Grundrisspläne sollten zur optimalen Übersicht  am besten nur folgende Details enthalten:

  • Alle Türen mit eingezeichneter Aufgehrichtung
  • Alle Wände inkl. Türen, Fenster, Treppen etc.
  • Die Bezeichnung der Räume (z.B. WC, BAD, SZ, WZ)
  • Wenn möglich, die Lage der wichtigsten Einrichtungsgegenstände:
    • TV, Musikanlage, Unterhaltungselektronik
    • Schreibtisch mit PC
    • Doppelbett
    • Telefonanlage
    • Küchenzeile

Tipp: Genügend Steckdosen einplanen, um alle nötigen Geräte (vor allem im Wohnbereich) anschließen zu können. Ansonsten muss man sich mit Steckdosenleisten aushelfen.

Tipp Nr. 2: Sprechen Sie mit dem “Smart Home”-Elektriker ihres Vertrauens

Gerade am Anfang ist der Rat von einem Profi wertvoll. Auch wenn man sich sicher ist, alles genau geplant zu haben, bekommt man so immer noch zahlreiche Tipps und eventuelle Verbesserungsvorschläge für ihre Elektroplanung. Als  Grundlage für  eine optimale Elektroplanung sind die HEA Ausstattungswerte nach RAL-RG 678 zu beachten. Die Ausstattungswerte berücksichtigen die heutigen Anforderungen an eine moderne und zukunftssichere  Elektroanlage.

Tipp Nr. 3: Nutzen Sie einen Kabel-Versorgungsschacht

Planen Sie in ihrem Neubau einen großen und später auch gut zugänglichen Kabel- und Versorgungsschacht durch das Haus. So haben Sie später jederzeit den Zugang zu allen Etagen und können nachträglich Kabel ziehen oder tauschen. Im bestehenden Bau kann auch ein stillgelegter Kamin als Kabel- und Versorgungsschacht genutzt werden.

Weiterführende Links:

Tipp Nr. 4: Verteiler richtig auslegen

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Planung ist die richtige Auslegung des Verteilers für die Elektroinstallation. Dieser kann entweder in einem zentralen Technikraum untergebracht werden oder alternativ auf mehrere Stockwerke aufgeteilt werden.

Elektroinstallation - Der Verteilerschrank meiner Wohnung

Hier sieht man den groben Aufbau des Verteilerschranks ink. Reserve und rechts Platz für Netzwerk und Router

Man sollte bei der Auslegung des Verteilers genügend Platz lassen, um später problemlos nachrüsten zu können. Als Faustregel gilt hier ca. 20% bei Hausfertigstellung. So ist man für die Zukunft bestens gerüstet, um zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu installieren. Wichtig: Denken Sie auch an einen Verteiler für den Garten oder die Garage* um später zum Beispiel eine Schwimmbadsteuerung anzuschließen!

Tipp Nr. 5: Leerrohre lohnen sich

Um auch später eine einfache  Erweiterung  von Elektro- und Netzwerkinstallation (Sat, LAN, Audio) zu ermöglichen ist es sinnvoll, einige Leerrohre in der Elektroplanung mit einzuplanen. Wer hier zum Beispiel ein Netzwerk- oder Telefonkabel verlegen möchte, muss nicht erst die Wand aufstemmen oder eine hässliche Kabellage quer durch die Räume verlegen. Auch wenn es unnötig erscheint, sind gerade im Neubau Leerrohre zu den wichtigsten Stellen Gold Wert. Auf diese Weise erspart man sich den späteren Aufwand und vor allem Geld. Für einfache Anwendungen unter Putz reichen Leerrohre mit einfacher oder mittlerer Beanspruchung*, für alle weiteren Empfehle ich die Fränkische Leerrohre.

Leerverrohrung in der Decke und Wand

Wofür benötige ich Leerrohre in der Decke? Ganz einfach: So hat man später die Möglichkeit folgende Funktionen nachzurüsten, auch wenn die Decke schon drin ist:

Auch in den Wänden sind Leerrohre wertvoll, da Räume später meist umfunktioniert werden. Hier ist es sinnvoll Netzwerk- und TV-Anschlüsse auch da vorzusehen, wo man anfangs noch nicht damit rechnet (z.B. Waschraum, Küche etc.).

Tipp Nr. 6: Mehrere Stromkreise pro Raum

Viele von euch kennen das Problem vielleicht – diverse Küchengerät werden zeitgleich betrieben und plötzlich fliegt die Sicherung durch und nichts geht mehr. Aber was ist passiert? Die Küchengeräte sind alle an einem gemeinsamen Stromkreis angeschlossen und dieser ist überfordert. Der Leitungsschutzschalter (also die Sicherung) hat den Stromkreis vor Überlastung geschützt und den Stromkreis vom Netz getrennt.

Vor allem in der Küche sollten genügend Stromkreise vorgesehen werden. In Haushalten werden immer mehr Elektrogeräte mit hohen Anschlussleistungen eingesetzt und dies führt zu einem hohen Verbrauch und damit steigender Belastung der Stromkreise. Denken Sie auch an FI-Schutzschalter für relevante Stromkreise sowie an die einzelnen Absicherungen.

Plant deshalb zwei Stromkreise pro Raum – einen für Licht und einen für die Steckdosen. Damit kann man die Steckdosen zum Beispiel per “Gute-Nacht-Taster” einfach vom Netz trennen und so Verbraucher abschalten.

Vor allem bewegliche Steckdosenleisten verführen dazu, Elektrogeräte ungeachtet ihrer Leistung einzustecken. Das kann zu einer hohen Überlastung der Steckdosenleiste oder des Stromkreises führen, was wiederum in extremen Fällen einen Brand verursachen kann.

Sonstige Tipps

Vorbereitung für den Garten / Garage

Zur Verlegung im Außenbereich im Erdboden dient das sogenannte Erdkabel*. Entweder als NYY (Kupfer) oder NAYY (Aluminium) Ausführung.

Diese Strom-und Nachrichtenkabel werden meist nicht in Leerrohre verlegt, eine Sicherung vor mechanischer Beschädigung, sowie eine Kennzeichnung durch ein spezielles Kennband müssen allerdings erfolgen.

Erdkabel* sind in ein-und mehrpoligen Ausführungen erhältlich und werden als Stromleitungen mit einer Spannung von unter 100kV deutschlandweit in neu entstehenden Wohn-und Industriegebieten verwendet.

Erdkabel Installationskabel NYY-J 3x1,5mm² 25m Ring
47 Bewertungen
Erdkabel Installationskabel NYY-J 3x1,5mm² 25m Ring*
  • Kabeltyp: NYY-J
  • Nennspanung: 0,6 /1 KV
  • Aderzahl: 3 (braun, blau, grün/gelb)
  • Querschnitt: 1,5 mm²

Nützliche Bücher für die Elektroplanung

Elektrische Anlagen in Haus und Wohnung: Erfolgreich planen, installieren und prüfen
29 Bewertungen
Elektrische Anlagen in Haus und Wohnung: Erfolgreich planen, installieren und prüfen*
  • Hans J Geist
  • Elektor
  • Auflage Nr. 9 (01.01.1999)
  • Taschenbuch: 156 Seiten

 

Habt ihr noch ein paar nützliche Tipps zur richtigen Elektroplanung? Schreibt mir doch ein Kommentar 🙂

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